Ligurien: Cinque Terre

Der Nationalpark von Cinque Terre an der ligurischen Küste ist schon lange kein Geheimtipp mehr, er zählt mittlerweile zu den meist besuchten Regionen in Italien. Nichts desto trotz habe ich es mir nicht nehmen lassen, ihm bei unserem Italien Roadtrip einen Besuch abzustatten. Was soll ich sagen? Meine Erwartungen haben sich mehr als erfüllt 🙂 Die malerische Gegend ist prädestiniert für romantische Spaziergänge und wunderschöne Wanderungen am Meer entlang.

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Es ist eine magische Gegend, fast schon zu schön um wahr zu sein und ich würde behaupten, dass jeder in seinem Leben mindestens einmal dort gewesen sein muss 🙂

Was sind die Cinque Terre eigentlich ganz genau?

Cinque Terre bedeutet, aus dem italienischen übersetzt, „fünf Länder“. Diese „fünf Länder“ ergeben sich aus den fünf bunten Fischerdörfern Riomaggiore, Manarola, Corniglia, Vernazza und Monterosso al Mare. Sie befinden sich auf einem 12 Kilometer langen Küstenstreifen zwischen Genua und La Spezia. Sie sind auf und teilweise in die ligurische Felsenküste hinein gebaut.

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Umgeben von Weinreben, Olivenhainen, Zitronen- und Orangenbäumen könnte die Lage nicht lieblicher sein… Des Weiteren stehen sie unter Naturschutz und gehören seit 1997 dem UNESCO Weltnatur- und Kulturerbe an.

Wie bewegt man sich zwischen den Dörfern am besten fort?

Auf keinen Fall mit dem Auto… Die Dörfer sind für den Autoverkehr überwiegend gesperrt und die Parkplätze befinden sich etwa 20 Minuten zu Fuß von den Dörfern entfernt und kosten hinzu noch eine Menge.

Als Besucher kommt man am unkompliziertesten und schnellsten mit der Bahn von Dorf zu Dorf und auch falls man außerhalb wohnt, ist die Bahn die beste Wahl. Alle Dörfer sind mit den Bahnschienen miteinander verbunden und in nur 5 – 10 Minuten zu erreichen.

Cinque Terre_Bahnschienen - 1
Bahnschienen in Cinque Terre

Der Bahnhof La Spezia ist hier der Dreh- und Angelpunkt. Dort kann man verschiedene Tickets erwerben. Am günstigsten ist die sogenannte „Cinque Terre Card“, mit welcher man den ganzen Tag beliebig oft hin- und herfahren kann.

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Auch die Wanderwege können mit der Karte genutzt werden. Ohne dieses Ticket fällt für die Wanderwege noch eine Pauschale von 7,50 EUR an. Der Preis für die Cinque Terre Card beträgt aktuell 16 EUR pro Tag (auch für zwei Tage erhältlich). Das Einzelticket kostet 4 EUR und lohnt sich nur wenn man sich nicht alle Dörfer an einem Tag anschauen möchte. 

Da wir in Lerici, etwa 5 Km von La Spezia, entfernt gewohnt haben, bot sich für uns das Tagesticket am besten an. In La Spezia gibt es zudem einen großen kostenlosen Parkplatz, gegenüber vom „Euro Spin“ (ein sehr preiswerter Supermarkt). Von dort aus fährt alle 20 Minuten ein kostenloser Bus direkt ins Zentrum von La Spezia. Ab da sind es dann nochmal circa 15 Minuten Fußmarsch bis man den Bahnhof von La Spezia erreicht. 

Die fünf verschiedenen Dörfer

Riomaggiore ist das östlichste Dorf und die erste Station wenn man von La Spezi aus kommt. Sehenswert ist die „Genueser Burg“ in der Oberstadt und der kleine Hafen in der Unterstadt. Wir hatten dort einen fantastischen Blick auf den Sonnenuntergang.

Manarola und Corniglia sind die kleinsten und meiner Meinung nach auch charmantesten Dörfer. Letzteres liegt hoch oben auf einem Felsvorsprung mitten in den Bergen und präsentiert wunderschöne Aussichtspunkte auf das Meer. Die kleinen verwinkelten Gassen in Cornelia haben mir besonders gefallen.

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Corniglia
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Aussicht in Corniglia

Manarola haben wir als allererstes besucht, es war noch früh am Morgen und wir waren fast die einzigen Besucher. Es konnte mich in erster Linie mit den vielen rosa Häuschen und der romantischen Lage umringt von Weinreben überzeugen 🙂 Für mich das schönste Dorf von allen!

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Sonnenaufgang in Manarola
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Manarola ❤

Monterosso al Mare ist das nördlichste und größte Dorf und bietet einen kleinen Strand und eine Promenade am Meer entlang. Es beherbergt auch den größten Ortskern und ist das geeignetste Dorf für einen längeren Aufenthalt. Dort sind außerdem die meisten Restaurants und Hotels zu finden. Super leckeres Gelato zu erschwinglichen Preisen gibts übrigens in der Eisdiele „Slurp“ (Via Fegina, 86, 19016 Monterosso al Mare) direkt an der Promenade.

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Monterosso al Mare
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Strand von Monterosso al Mare

Vernazza das frequentierteste Dorf von allen. Es war leider auch noch Mitte Oktober um die Mittagszeit sehr überlaufen und wir konnten die Schönheit des Örtchens gar nicht so richtig genießen. Ich empfehle daher, dieses Dorf als Erstes in den frühen Morgenstunden zu besichtigen. Der Piazza in Vernazza hat mir besonders gut gefallen, er ist direkt zum Meer hin ausgerichtet.

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Vernazza
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Hauptgasse in Vernazza

Wandern

Was bei einem Aufenthalt in Cinque Terre auf keinen Fall fehlen sollte, ist eine Wanderung von Dorf zu Dorf. Wir hatten ursprünglich noch mehr Zeit zum Wandern eingeplant, allerdings waren zwei unserer favorisierten Routen leider gesperrt, was wohl auch noch bis Mitte 2019 so bleiben soll (Riomaggiore nach Manarola und der Weg zwischen Manarola nach Cornelia). Wir entscheiden uns daher „nur“ für eine Wanderung und zwar von Monterosso nach Vernazza. 1 1/2 h waren für diese Strecke vorgesehen und wir haben glatte 2 h gebraucht. Wobei wirklich viele Fotostops dabei waren 🙂

Corniglia_Anbaugebiet - 1

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Corniglia_Aussicht - 1

Cinque Terre_Wanderweg - 1

Hier mal die Wanderrouten und ihre ungefähre Dauer im Überblick:

Riomaggiore – Manarola: Circa 30 Minuten

Manarola –  Cornelia: Circa 2 Stunde

Cornelia – Vernazza: Circa 1 1/2 Stunden

Vernazza – Monterosso: Circa 1 1/2 Stunden 

Noch mehr Informationen zu den Wanderwegen findet ihr auf dieser Seite: http://www.cinqueterre.eu.com/de/wanderwege

Fazit

Für mich sind die Cinque Terre ein Muss in jedem Ligurien Urlaub! Definitiv überlaufen und teilweise sehr touristisch, allerdings ist Timing bei einem Besuch alles. Plant genug Zeit ein und macht euch morgens in der Frühe auf den Weg. Morgens ist noch sehr wenig los in den Dörfern und es herrscht eine ganz besondere und magische Stimmung.

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Die Wanderwege machen außerdem einiges wett. Auch wenn ein Dorf mal völlig überfüllt ist, kann man trotzdem auf den Wanderwegen mutterseelenallein sein. Ich würde das nächste Mal vielleicht zwei Tage einplanen und die Dörfer auf die zwei Tage aufteilen um wirklich nur am Morgen / frühen Vormittag in den Dörfern unterwegs zu sein und am Nachmittag zu Wandern.

Noch nicht genug von malerischen Örtchen?

Wer noch nicht genug hat von den malerischen Orten in Ligurien, dem empfehle ich noch einen Abstecher zu den weniger bekannten Dörfern zu machen.

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Aussicht auf Lerici

Wir haben zum Beispiel in Lerici, einer schönen Stadt mit kleinen Buchten drum herum gewohnt. Dort geht es wesentlich ruhiger zu und die Unterkünfte sind um ein vielfaches günstiger. Der Strand La Baia Blu ist wirklich sehr schön und kann perfekt mit einem Besuch in Lerici verbunden werden. 

Tellaro und Amelia sind zwei weitere sehenswerte Dörfchen in der Nähe von Cinque Terre. Letzteres ist sehr verwunschen und auf einem Hügel gelegen.

Dort waren wir im Oktober tatsächlich die einzigen Touristen und haben nur ein paar Einwohner getroffen. Wer es also etwas ruhiger mag, einfach ein wenig die Gegend fernab erkunden! 

Ich hoffe euch hat mein erster Blogpost zu unserem Italien Roadtrip gefallen! Im nächsten Blogpost nehme ich euch dann mit in die Toskana 🙂

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