Die Trolltunga Wanderung gehört zu den spektakulärsten Wanderungen in Norwegen und ist ein absolutes Highlight jeder Südnorwegenreise. Die Felsplattform, die über dem Ringedalsvatnet-See schwebt, befindet sich in der Nähe der Stadt Odda im Hardangerfjord und ist nur per Wanderung erreichbar. Die Wanderung ist weltweit bekannt, und die Felsplattform ist eines der beliebtesten Fotomotive in ganz Norwegen.

In diesem Blogpost erfährst du alles, was du zur Trolltunga Wanderung wissen musst: Parktipps, Kosten, Startpunkte, Dauer, Strecke und meine ehrlichen Erfahrungen aus erster Hand.
Warum die Trolltunga-Wanderung so besonders ist
Die Trolltunga ragt mehrere Meter waagerecht aus einer Felswand heraus und erinnert dabei an eine herausgestreckte Zunge – daher stammt auch ihr Name, der übersetzt „Trollzunge“ bedeutet. Von der Felsplattform genießt du einen beeindruckenden 360°-Panoramablick auf den Ringedalsvatnet-See, die umliegenden Berge und die weite Fjordlandschaft.

Doch nicht nur die Aussicht ist einmalig, auch die Wanderung selbst ist ein Erlebnis! Für mich definitiv eine der schönsten Wanderungen überhaupt. Sie führt durch abwechslungsreiche Landschaften, vorbei an schneebedeckten Bergen, Gebirgsbächen und hochalpinen Moorlandschaften.
Beste Reisezeit für die Trolltunga-Wanderung
Die beste Reisezeit für Trolltunga liegt zwischen Juni und September. In diesen Monaten sind die Wege in der Regel überwiegend schneefrei, das Wetter ist milder, und die Tageslichtdauer ist optimal für die lange Wanderung. Wir hatten selbst im Juni jedoch noch etwas Schnee.


Außerhalb des Sommers kann die Wanderung sehr gefährlich werden. Von Oktober bis Mai liegt oft noch viel mehr Schnee auf den Bergen, die Wege sind vereist und das Wetter kann plötzlich umschlagen. Ohne viel Erfahrung und passende Ausrüstung ist die Wanderung dann nicht empfehlenswert.
Welche Ausrüstung ist empfehlenswert?
Unverzichtbare Basics:
Wanderschuhe: Robuste, wasserdichte Schuhe mit gutem Profil
Tagesrucksack (20–30 L): Für Wasser, Snacks, Kleidung und Kamera
Wasser & Verpflegung: Mindestens 2 Liter Wasser + Snacks/ Obst
Wetterfeste Kleidung: Wind- und Regenjacke, auch im Sommer
Mütze: Für kühle Höhenlagen
Sonnenbrille & Sonnencreme: Schutz vor starker Reflexion
Wie du zum Startpunkt der Wanderung kommst
Die nächstgrößere Stadt in der Nähe der Trolltunga ist Odda. Dort findest du eine gute Auswahl an Unterkünften für alle Preisklassen. Besonders empfehlenswert sind die gepflegten Trolltunga Odda Apartments mit Küche, Waschmaschine und viel Platz. Von Odda aus fährst du mit dem Auto etwa 20 Minuten zu den Parkplätzen der Trolltunga.
Startpunkte der Trolltunga-Wanderung
Es gibt mehrere Startpunkte, die du je nach Zeit, Fitnesslevel und Vorplanung auswählen kannst:
- P3 – Magelitopp: Bekanntester, aber auch teuerster Startpunkt. Hin- und Rückweg ca. 20 km. Parkplatz oft Wochen im Voraus ausgebucht, frühzeitig reservieren. Kosten: 600 NOK (ca. 52 € pro Tag).
- P2 – Skjeggedal und P1 – Tyssedal: Etwas weiter unten gelegen. Strecke zu Beginn steil bergauf, Gesamtdistanz zwischen 27 und 40 km, abhängig vom Startpunkt. Parkgebühren: P2 – 500 NOK (42 €), P1 – 300 NOK (25 €).
- Shuttle-Service zur Verkürzung: Von P2 und P1 kann ein Shuttle zum P3-Parkplatz genutzt werden, um die steilen Abschnitte zu umgehen. Kosten: 100–200 NOK (8,50–17 €).
Wir haben auf P2 geparkt und den Shuttle zu P3 genutzt. Wenn du früh am Morgen losgehst, sicherst du dir noch einen Parkplatz auf P2 und vermeidest den größten Andrang.
Zusatzkosten: Mautgebühren
Zusätzlich zu den Parkgebühren fällt bei P3 eine Mautgebühr von 200 NOK (ca. 17 €) an. Diese wird über ein elektronisches System abgerechnet, das in den Mietwagen in Norwegen bereits integriert ist. Nach der Rückgabe erhältst du automatisch eine Rechnung.
Wie anspruchsvoll ist die Trolltunga Wanderung wirklich?
Die Trolltunga-Wanderung ist anspruchsvoll, daher solltest du deine körperliche Fitness realistisch einschätzen. Ich fand die Wanderung jedoch gut machbar und ich treibe im Alltag kaum Sport.

Es geht nicht die ganze Zeit bergauf, zwischendurch gibt es auch gerade Strecken. Bei gutem Wetter ist die Tour wunderschön. Bei Nebel oder Regen solltest du vorsichtig sein, da glitschige Felsen das Risiko erhöhen.
Trolltunga Wanderung: Meine Erfahrungen
Die Wanderung dauert zwischen 6 und 10 Stunden, abhängig von Tempo, Pausen und Wetterbedingungen. Wir selbst haben etwa 6,5 Stunden benötigt. Plane unbedingt einen ganzen Tag ein, um die Wanderung stressfrei genießen zu können. Unsere Tour startete am P3-Parkplatz weiter auf ein bewachsenes Plateau. Der Weg führt zunächst über Metallbrücken und kleine Bäche, bevor es stetig bergauf geht.


Auch im Juni lag teilweise noch Schnee, der aber gut begehbar war. Oben angekommen, legten wir eine kleine Pause ein, um die Aussicht zu genießen.


Danach ging es weiter über felsiges Gelände, wobei der Schnee nach und nach in grüne Berglandschaft überging. Gut erkennbare Pfade führten durch das Gelände, nicht zu steil und insgesamt gut machbar.

Wenn du den ersten Aussichtspunkt zum Ringedalsvatnet-See erreichst, hast du etwa die Hälfte der Strecke geschafft. Die Trolltunga ist in der Ferne schon zu sehen, allerdings so klein, dass man genau hinschauen muss. Wir haben sie erst auf dem Rückweg entdeckt, als uns ein anderer Wanderer darauf aufmerksam machte.


Der restliche Weg verläuft wellig, also immer mal hoch und runter, aber ohne große Steigerungen. Sobald du die Menschenmenge in der Ferne siehst, weißt du, dass du am berühmten Aussichtspunkt mit der Trolltunga angekommen bist.


Die Wanderung ist gut ausgeschildert, sodass keine zusätzliche App oder Karte nötig ist. Trotzdem lohnt es sich, aufmerksam zu bleiben, besonders bei Nebel oder wechselhaftem Wetter. Insgesamt muss ich sagen, dass die berühmte Plattform zwar ein beeindruckendes Fotomotiv ist, für mich persönlich jedoch die gesamte Wanderung das eigentliche Highlight war 😊
FAQ – Trolltunga Wanderung
Die Strecke beträgt je nach Startpunkt zwischen 20 und 40 km hin und zurück.
6–10 Stunden, inklusive Pausen.
Nur für fitte Leute. Es gibt steile Passagen und unebenes Gelände.
Zwischen Juni und September, wenn die Wege schneefrei sind und lange Tageslichtstunden bestehen.
Wanderschuhe, wetterfeste Kleidung, Rucksack mit Wasser und Snacks, Sonnenbrille und Mütze.
Wetterbericht prüfen und früh starten, um den Andrang auf die Parkplätze zu vermeiden.




