Startseite » Nordamerika » Kanada » Yoho Nationalpark Guide + Glacier Nationalpark Tipps

Yoho Nationalpark Guide + Glacier Nationalpark Tipps

Der Yoho Nationalpark gehört zu den ältesten Nationalparks Kanadas und wurde 1886 gegründet. Mit seinen rund 1.313 km² ist er zudem der kleinste der vier Nationalparks in den kanadischen Rockies. Obwohl er nur circa 43 km vom Banff Nationalpark entfernt liegt, wird er von vielen Reisenden links liegen gelassen. Zu Unrecht, meiner Meinung nach! 

Yoho Nationalpark Sehenswürdigkeiten

Im Yoho Nationalpark befinden sich der wunderschöne Emerald Lake und die Takakkaw Falls, die zu den höchsten Wasserfällen Kanadas gehören. Zudem haben wir rund um den Yoho die meisten Schwarzbären gesehen. Vor allem am Abend entlang des Highways, der durch den Park führt, hatten wir besonders viel Glück und konnten sie beim futtern beobachten.

In diesem Blogpost teile ich die schönsten Sehenswürdigkeiten des Yoho Nationalparks mit dir und verrate dir außerdem ein paar lohnenswerte Spots im nahegelegenen Glacier Nationalpark.

Yoho Nationalpark: Allgemeine Infos

Anreise

Der nächstgelegene Flughafen ist der Calgary International Airport. Vom Flughafen bis zum Yoho Nationalpark fährst du etwa 2,5 Stunden (ca. 230 km). Wir waren vorher im Jasper Nationalpark unterwegs und hatten unsere Kanada Rundreise durch den Westen in Vancouver gestartet. Somit war der Yoho Nationalpark einer unserer letzten Stopps auf unserer Reise durch die Rockies.

Beste Reisezeit

Die beste Reisezeit für den Yoho Nationalpark sind eindeutig die Sommermonate von Juni bis September. Im Winter und teilweise auch noch im Frühjahr liegt in den Rockies häufig sehr viel Schnee. Dadurch können Straßen, Wanderwege und Sehenswürdigkeiten, wie beispielsweise die Zufahrtsstraße zu den Takakkaw Falls, zeitweise gesperrt sein.

Kanada Rundreise 3 Wochen Westen Golden

Wir waren Anfang Juni dort und hatten die meiste Zeit trockenes Wetter. Einige höher gelegene Wanderungen waren allerdings aufgrund der Schneemengen noch nicht möglich.

Wie viele Tage für den Jasper Nationalpark

Der Nationalpark ist, wie bereits erwähnt, der kleinste der Nationalparks in den kanadischen Rockies. Sofern du keine Tageswanderungen planst, reichen 1-2 Tage völlig aus, um die schönsten Sehenswürdigkeiten zu erkunden.

Yoho Nationalpark Golden

Eintritt in den Yoho Nationalpark

Wie auch in den anderen Nationalparks in den Rockies benötigst du für den Yoho Nationalpark einen Parks Canada Pass. Der reguläre Tageseintritt kostet 11 CAD pro Erwachsenen. Planst du, mehrere Nationalparks wie Banff, Jasper oder Glacier zu besuchen, lohnt sich in den meisten Fällen der Discovery Pass. Dieser gilt ein ganzes Jahr für alle Nationalparks Kanadas und ist bereits ab mehreren Tagen deutlich günstiger als einzelne Tagestickets.

Yoho Nationalpark: Unterkunft

Im Yoho Nationalpark gibt es nur eine einzige Ortschaft. Der kleine Ort Field liegt direkt am Trans-Canada Highway und ist mit seinen wenigen Straßen und Unterkünften wirklich überschaubar. Für uns war Field daher nicht ganz so reizvoll für eine Übernachtung. Stattdessen haben wir im benachbarten Golden übernachtet. Dort findest du eine deutlich größere Auswahl an Hotels, Ferienwohnungen, Restaurants und Supermärkten.

Zudem sind die Unterkünfte preiswerter als direkt im Nationalpark! Mir hat Golden richtig gut gefallen. Der kleine Ort liegt eingebettet inmitten der Berge, ist dabei aber angenehm untouristisch und versprüht einen ganz tollen Kleinstadtcharme!

Meine Unterkunftstipps in Golden

Modern 2BR in Golden: Bietet schöne, moderne Apartments, nur wenige Meter von der kleinen Innenstadt und einem geräumigen Supermarkt entfernt. Moders 2BR auf Booking anschauen

Copper Horse Lodge: Gemütliche Lodge mit großzügigen Doppelzimmern und herrlichem Bergblick. Das Frühstück ist bereits im Preis inklusive. Copper Horse Lodge bei Booking anschauen

Birch Suite: Studio im Erdgeschoss eines Doppelhauses, mitten im Wald gelegen, wunderschön gestaltet und mit allem ausgestattet, was du benötigst. Birch Suite auf Booking anschauen

Yoho Nationalpark Sehenswürdigkeiten

Emerald Lake

Der Emerald Lake liegt auf etwa 1.200 Metern Höhe und erhielt seinen Namen aufgrund seiner intensiv smaragdgrünen Farbe. Je nach Sonnenstand und Wetter verändert sich das Wasser von Türkis bis Smaragdgrün. Rund um den Emerald Lake kannst du die Gipfel des Mount Burgess und der President Range bewundern, zusammen mit dem türkisfarbenen See einfach ein wunderschöner Anblick, wie ich finde!

Yoho Nationalpark Sehenswuerdigkeiten Emerald Lake

Die außergewöhnliche Farbe entsteht übrigens durch feinste Gesteinspartikel, die mit dem Schmelzwasser der umliegenden Gletscher in den See gelangen. Du kannst den Emerald Lake auf einem Rundweg komplett umrunden. Dafür solltest du etwa 1,5 bis 2 Stunden einplanen, je weiter du dich vom Parkplatz entfernst, desto ruhiger und idyllischer wird es auch.

Im Sommer soll sich auch eine Fahrt mit dem Kanu lohnen. Das hatten wir eigentlich auch geplant. Dann hat uns aber die lange Warteschlange und die Kosten von rund 100 CAD pro Stunde abgeschreckt und wir haben den See dann lieber nur vom Ufer aus genossen 🙂

Takakkaw Falls

Die Takakkaw Falls gehören mit einer Fallhöhe von 254 Metern zu den höchsten Wasserfällen Kanadas. Der freie Fall des Wassers beträgt ganze 226 Meter. Gespeist werden die Wasserfälle vom Schmelzwasser des Daly Glacier. Im Frühsommer kommt besonders viel Wasser runter, da die Schneeschmelze und das Gletscherwasser dann für eine gewaltige Wassermenge sorgen.

Schon vom Parkplatz aus hörst du die Wasserfälle und kannst einen ersten Blick drauf werfen. Je näher du herankommst, desto beeindruckender werden sie aber! Vom Parkplatz aus läufst du nur etwa 300 Meter bis zum Aussichtspunkt. Durch die enorme Wassermenge solltest du aber unbedingt eine Regenjacke dabeihaben. Je nach Windrichtung kannst du von der Gischt nämlich richtig schön nass werden.

Wapta Falls

Auch die Wapta Falls können mit Superlativen punkten! Sie sind mit einer Breite von etwa 150 Metern einer der breitesten Wasserfälle Kanadas. Die Wassermassen des Kicking Horse River stürzen dort über eine breite Fläche in die Tiefe.

Yoho Nationalpark Wapta Falls

Was ich bei den Wapta Falls auch besonders schön fand, war die kleine Wanderung dorthin, eigentlich ist es eher ein Spaziergang 🙂 Vom Parkplatz läufst du etwa vier Kilometer (Hin- und Rückweg) durch den Wald bis zum Wasserfall.

Yoho Nationalpark Wapta Falls

Für den Weg solltest du ungefähr 1 Stunde einplanen (Hin- und Rückweg). Mit etwas Glück kannst du dort auch Schwarzbären sehen.

Natural Bridge

Die Natural Bridge ist eine weitere tolle Sehenswürdigkeit im Yoho Nationalpark. Vom Parkplatz sind es nur etwa 5 Minuten bis zur Felsformation. Sie entstand durch die jahrtausendelange Kraft des Wassers und hat dabei eine natürliche Steinbrücke geschaffen.

Yoho Nationalpark Sehenswürdigkeiten Natural Bridge

Durch die stetige Erosion wurden kleine Spalten unter dem Felsen geformt. Ich fand es besonders faszinierend zu beobachten, mit welcher Windeseile der Fluss durch die kleinen Öffnungen fließt.

Spiral Tunnels

Ein kurzer Stopp lohnt sich auch an den Spiral Tunnels. Die beiden Aussichtspunkte liegen direkt am Trans-Canada Highway beziehungsweise an der Yoho Valley Road. Die Spiraltunnel wurden Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut, um die ursprünglich sehr steile Bahnstrecke durch den Kicking Horse Pass sicherer zu machen.


Yoho Nationalpark Spiral Tunnels

Heute verschwinden die bis zu mehrere Kilometer langen Güterzüge in den Tunneln und tauchen kurze Zeit später an anderer Stelle wieder auf, ein spannender Anblick.

Lake O’Hara

Eigentlich wollten wir auch den berühmten Lake O’Hara besuchen. Der Lake O’Hara ist eine der schönsten Sehenswürdigkeiten im Yoho Nationalpark und vielleicht sogar in den gesamten Rockies, aber ein spontaner Besuch ist leider nicht ganz so einfach möglich! Die Anfahrt mit dem Auto ist nicht erlaubt. Du kannst den See entweder mit dem offiziellen Shuttlebus von Parks Canada oder zu Fuß über die 11 km lange Schotterpiste erreichen.

Yoho Nationalpark Lake O’Hara

Alle Wanderungen rund um den Lake O’Hara starten erst am See. Entscheidest du dich gegen den Shuttle, musst du zunächst 11 km bis zum See und später wieder 11 km zurücklaufen. Insgesamt also 22 km, bevor du überhaupt eine der eigentlichen Wanderungen beginnst. Die Plätze für den Shuttlebus werden jedes Jahr über ein „Lottery-System“ vergeben, da die Besucherzahl pro Tag begrenzt ist.

Wichtig: Falls der Lake O’Hara auf deiner Wunschliste steht, solltest du dich deshalb unbedingt frühzeitig, am besten bereits im Februar für die Sommersaison, um eine Shuttle Reservierung kümmern!

Glacier Nationalpark

Der Glacier Nationalpark liegt nur etwa 30 Minuten vom Yoho Nationalpark entfernt und bietet sich daher auch perfekt für einen Tagesausflug ab Golden an. Anders als sein berühmter Namensvetter in den USA (dort gibt es nämlich ebenfalls einen Glacier Nationalpark) erwarten dich im kanadischen Glacier keine großen Touristenmassen, sondern viel unberührte Natur und jede Menge Ruhe. Nachfolgend findest du meine Highlights und schönsten Stopps dort!

Rockgarden Trailhead

Der Rockgarden Trailhead ist ein mystischer, schmaler Pfad, der durch den Wald und durch eine Ansammlung von großen und kleinen Steinen führt, daher auch der Name Rockgarden 🙂 

Der Rundweg dauert ca. 20 Minuten und bietet am Ende auch tolle Ausblicke auf die Berge und Gletscher des Nationalparks. Wir waren dort im Juni zusammen mit einer weiteren Frau die einzigen Besucher. Nach dem Trubel im Banff Nationalpark fühlte sich die Einsamkeit auf der Wanderung fast schon merkwürdig an 😀

Bear Creek Falls

Die Bear Creek Falls am gleichnamigen Bear Creek erreichst du innerhalb einer ca. 30-minütigen Wanderung. Der Weg führt zuerst steil bergab durch ein dichtes Waldgebiet. Kurz vor dem Wasserfall überquerst du eine kleine Brücke über die Schlucht und siehst die Bear Creek Falls, die in mehreren Kaskaden durch eine enge Felsschlucht stürzen.

Insgesamt beträgt die Fallhöhe etwa 55 Meter, sichtbar sind allerdings nur rund 20 bis 25 Meter. Wir sind nicht bis ganz nach vorne gegangen, weil die Gischt super stark war und wir schon von weiter weg ordentlich nass geworden sind.

Hemlock Grove Boardwalk

Der Hemlock Grove Boardwalk bezeichnet einen 400 Meter langen Weg auf Holzstegen durch einen alten Küstenregenwald. Mit den vielen Moosen, Farnen und feuchten Waldflächen wirkt er fast wie ein verwunschener Märchenwald. Besondere praktisch ist, dass der Weg komplett barrierefrei ist und somit auch für Rollstuhlfahrer geeignet ist. Entlang des Weges findest du außerdem Informationstafeln über die Pflanzenwelt und die Geschichte des Waldes. Einige Bäume entlang des Weges sind mehrere hundert Jahre alt.

Eine weitere schöne Besonderheit sind die roten Stühle entlang des Weges, die du übrigens überall in den kanadischen Nationalparks finden kannst. Sie wurden ursprünglich an 18 Orten in kanadischen Nationalparks aufgestellt, um weniger bekannte Plätze hervorzuheben. Mittlerweile gibt es über 2000 rote Stühle in kanadischen Nationalparks. Sie werden aus 100 % recyceltem Kunststoff hergestellt, der unter anderem aus kanadischen Mülldeponien stammt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen