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Lohnt sich der Banff Nationalpark?

Mit über 4,2 Millionen Besuchern pro Jahr ist der Banff Nationalpark der meistbesuchte Nationalpark Kanadas. Er gehört zu den größten und ältesten Nationalparks in den kanadischen Rockies und bietet einige wunderschöne Sehenswürdigkeiten. Doch eine Frage, die wir uns vor unserer Kanada Rundreise immer wieder gestellt haben, war: Lohnt sich ein Besuch bei der unglaublichen weltweiten Popularität überhaupt noch? Und sollten wir Orte, die sowieso schon vom Overtourism betroffen sind, überhaupt noch besuchen?

Lake Louise Little Beehive Trail

Vorab haben wir immer wieder von voll belegten Parkplätzen bereits am frühen Morgen, Verkehrsstaus auf den Zufahrtsstraßen und Shuttles zu den Sehenswürdigkeiten gelesen. Hatten wir darauf wirklich Lust? Wir haben uns selbst ein Bild gemacht und die gute Nachricht direkt vorab: Mit seinen 6.641 km² ist der Nationalpark riesig und es gibt tatsächlich noch Orte, an denen du nur wenigen Menschen begegnest!

In diesem Blogpost teile ich mit dir die schönsten Sehenswürdigkeiten im Banff Nationalpark, aber auch Geheimtipps, die nicht überlaufen sind.

Banff Nationalpark Reiseinfos

Anreise

Durch die gute Erreichbarkeit von Calgary ist der Banff Nationalpark oft der erste Nationalpark, den viele Reisende besuchen. Vom internationalen Flughafen Calgary erreichst du Banff in etwa 1,5 Stunden mit dem Auto (ca. 130 Km). Für uns war der Banff Nationalpark vor Calgary der letzte Stopp.

Beste Reisezeit

Die beste Reisezeit für den Banff Nationalpark vom Wetter her sind die Sommermonate von Juni bis September. Dann sind die meisten Straßen, Wanderwege und auch alle Sehenswürdigkeiten im Park geöffnet. Allerdings ist das auch die Hauptsaison und somit musst du mit vielen anderen Besuchern rechnen.

Wie viele Tage für den Banff Nationalpark?

Für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten im Banff Nationalpark solltest du mindestens 2-3 Tage einplanen. Damit kannst du die Banff Sehenswürdigkeiten entspannt anschauen und hast noch Zeit für ein paar Wanderungen.

Banff Nationalpark Sehenswuerdigkeiten Little Beehive Trail

Wenn du jedoch gerne viel wanderst (auch Tagestouren), würde ich eher 4-5 Tage empfehlen. Wir waren 5 Tage in Banff und Umgebung und haben auch noch den Yoho Nationalpark und Glacier Nationalpark besucht.

›› Lies gerne meinen ausführlichen Blogpost zum Yoho Nationalpark: Yoho Nationalpark Guide + Glacier Nationalpark Tipps

Eintritt in den Banff Nationalpark

Wie in allen kanadischen Nationalparks benötigst du für den Besuch des Banff Nationalparks einen Parks Canada Pass. Der Pass kann online oder direkt vor Ort gekauft werden und kostet 24 CAD pro Fahrzeug (oder 12 CAD pro Person). Wenn du mehrere Nationalparks während deiner Kanada Rundreise besuchst, lohnt sich auch der Discovery Pass. Dieser gilt für alle kanadischen Nationalparks und National Historic Sites für ein ganzes Jahr und lohnt sich bereits ab 6 Tagen Aufenthalt in den Parks.

Bank Nationalpark: Unterkunft

Wir haben in Golden übernachtet, da wir leider keine bezahlbare Unterkunft in Banff gefunden haben, obwohl wir ca. 6 Monate vor unserer Reise mit der Unterkunftssuche begonnen haben. Die Unterkünfte dort sind vor allem wegen der hohen Nachfrage so unglaublich teuer. Außerdem begrenzt sowie reguliert Parks Canada den Bau neuer Hotels und Ferienwohnungen stark.


Banff Town Unterkünfte
Banff

So wird die Natur im Nationalpark geschützt, was ich richtig klasse finde! Wenn du auch in Golden übernachten möchtest, musst du morgens etwas mehr Fahrzeit einplanen als von Banff oder Canmore aus. Canmore ist übrigens auch ein guter Ausgangspunkt und eine richtig süße Stadt!

Canmore Sehenswürdigkeiten
Canmore

Unterkunftstipps in und um Banff

Bow View Lodge: Kleine Lodge mit geräumigen Doppelzimmern in der Nähe des Bow Rivers in Banff. Bow View Lodge auf Booking anschauen

⇢ Modern 2BR in Golden: Modernes Apartment, nur wenige Meter von der Fußgängerzone in Golden und einem geräumigen Supermarkt entfernt. Moders 2BR auf Booking anschauen

Creekside Cove in Spring Creek: Charmante, sehr schöne Ferienwohnung in Canmore mit kostenlosen Fahrrädern und einer Veranda. Creekside Cove in Spring auf Booking anschauen

Banff Nationalpark Sehenswürdigkeiten

Peyto Lake

Der Peyto Lake ist für mich eine der schönsten und deshalb wahrscheinlich auch beliebtesten Sehenswürdigkeiten im Banff Nationalpark. Von oben sieht der See aus wie der Kopf eines Wolfs und wird auch oft als „Wolf Head Lake“ bezeichnet.

Banff Nationalpark Peyto Lake

Durch den sehr kurzen, asphaltierten Weg vom Parkplatz zum Aussichtspunkt von ca. 10 Minuten ist er sehr leicht zugänglich, was sicherlich auch noch zur hohen Beliebtheit beiträgt. Gerade im Sommer wird es am Aussichtspunkt ziemlich voll und du musst für ein schönes Foto anstehen.

Bow Summit Trail

Wir haben am Aussichtspunkt vom Peyto Lake ein paar Fotos geschossen und sind dann direkt weiter zum Bow Summit Trail aufgebrochen. Was die meisten nämlich nicht wissen ist, dass direkt neben dem Aussichtspunkt eine wunderschöne Wanderung startet, die mit einer Aussicht auf den Bow Lake endet.

Die Wanderung ist etwa 7 Kilometer lang und führt zuerst durch den Wald und später über felsiges Plateau. Es gibt auch immer wieder leichte Steigungen, was wie bei uns Anfang Juni mit noch ziemlich viel Schnee gut anstrengend war. Aber die Aussicht machte all den Schweiß wett! Von oben genießt du einen wunderschönen Blick auf die Bergwelt rund um den Peyto Lake!

Parker Ridge Trail

Der Parker Ridge Trail war wahrscheinlich die Wanderung, die mich landschaftlich am meisten überrascht hat. Der Weg ist nicht besonders lang, belohnt dich aber mit einem unglaublichen Blick auf den Saskatchewan Glacier! Anfangs geht es dort ziemlich steil nach oben, aber wenn du auf dem Gipfel bist, wird es recht gemütlich, jedoch sehr windig. Daher solltest du eine Windjacke nicht vergessen!

Auch dort lag Anfang Juni bei uns noch viel Schnee, wodurch die Landschaft fast wie in einer Winterkulisse wirkte. Das Panorama oben ist einfach nur spektakulär und der Blick auf den Gletscher, den du übrigens nur per Wanderung erreichst, ist einmalig. Der Trail ist 6,8 km lang und du musst ca. 344 Höhenmeter überwinden.

Banff Nationalpark Parker Ridge Trail

Lake Louise

Der Lake Louise ist die berühmteste Sehenswürdigkeit im Banff Nationalpark und auch auf fast allen Kanada Postkarten abgedruckt. Die wunderschöne Farbe des Lake Louise leuchtet intensiv türkis. Diese besondere Farbe entsteht durch Gesteinspartikel, die mit dem Gletscherwasser in den See gelangen.

Banff Nationalpark Lake Louise

Tatsächlich fand ich den See aber nicht mehr, oder weniger schön, als andere Seen in den Rocky Mountains. Bei unserem Besuch war es wie erwartet auch sehr voll mit Menschen und wir haben es unten am See auch nicht lange ausgehalten und sind direkt zum Little Beehive Trail losgewandert, der direkt hinter dem 5 Sterne Hotel Fairmont Chateau Lake Louise startet.

Little Beehive Trail

Es gibt übrigens zwei „Beehives“ am Lake Louise: den Big Beehive und den Little Beehive. Der Little Beehive liegt etwas niedriger als der Big Beehive und ist somit auch etwas kürzer. Auf dem Little Beehive Trail wanderst du durch den Wald stetig nach oben. Die Steigung fand ich recht angenehm, da es größtenteils über Serpentinen hochgeht. Zuerst passierst du das Lake Agnes Tea House, ein Café hoch oben auf dem Berg mit erstklassigem Tee aus aller Welt und Snacks. Direkt daneben befindet sich auch der wunderschöne Lake Agnes.

Danach geht es weiter nach oben zum Mirror Lake. Von dort sind es nur noch ein paar Meter bis zum Little Beehive Aussichtspunkt, von wo du einen fantastischen Blick auf den Lake Louise und das umliegende Panorama des Bow Valley hast.

Für die Wanderung solltest du ca. 3–4 Stunden einplanen. Die Strecke ist knapp 9 Kilometer lang (Hin- und Rückweg). Für uns hat sich die Wanderung definitiv mehr gelohnt, als den See nur von unten anzuschauen!

Moraine Lake

Noch vor dem Lake Louise und unserer Wanderung zum Little Beehive Trail ging es für uns zum Moraine Lake. Der See hat mir persönlich sogar besser gefallen als der Lake Louise. Wobei die Wanderung zum Little Beehive Trail für mich ein absolutes Highlight im Banff Nationalpark war. Sollte ich mich aber nur zwischen den beiden Seen entscheiden, finde ich den Moraine Lake definitiv schöner!

Banff Nationalpark Sehenswürdigkeiten Moraine Lake

Aber auch dort war es bei unserem Besuch ziemlich voll und am Aussichtspunkt Rockpile waren sehr viele Menschen. Dennoch solltest du dir diesen Ort auf keinen Fall entgehen lassen. Der kurze Weg nach oben über die Treppen dauert nur wenige Minuten und bietet einen tollen Blick über den See und das Valley of the Ten Peaks.

Anreise & Parken am Lake Louise & Moraine Lake

Den Lake Louise kannst du entweder mit dem Mietwagen erreichen, allerdings ist der Parkplatz direkt am See in der Hauptsaison (Mitte Mai – Mitte Oktober) extrem schnell voll (meist schon vor 07:00 Uhr) und kostet 42 CAD pro Fahrzeug und Tag. Die beste Option ist meiner Meinung nach deshalb der Shuttle von Parks Canada. Dieser bringt dich nicht nur zum Lake Louise, sondern auch zum Moraine Lake nebenan. Den Moraine Lake erreichst du ausschließlich mit dem Shuttle.

Die Shuttleplätze musst du vorab online bei Parks Canada reservieren. Ein Teil der Plätze wird einige Monate vorher freigeschaltet, weitere Plätze werden kurzfristig 2-3 Tage vor dem Besuch veröffentlicht. Der Shuttle kostet ca. 13 CAD p.P und beinhaltet den Transport zum Lake Louise, Moraine Lake sowie den Shuttle zwischen beiden Seen und zurück. Der Park-and-Ride-Parkplatz an welchem die Shuttles starten ist kostenfrei! Falls du überlegst, vom Shuttle-Parkplatz zum Lake Louise zu wandern, würde ich dir eher abraten. Die nicht besonders schöne Strecke führt größtenteils entlang der viel befahrenen Straße und ist 6 km pro Strecke lang (rund 12 km hin und zurück).

Tipp: Schau morgens um 08:00 Uhr direkt auf der Parks-Canada-Seite nach einem Platz, denn die Shuttleplätze sind nur begrenzt verfügbar und sehr begehrt!

Banff

Wenn du den Banff Nationalpark besuchst und direkt in Banff übernachtest, kommst du natürlich auch um Banff nicht herum. Wir haben uns die kleine Stadt ebenfalls mal angeschaut und fanden sie von der Lage her ziemlich schön. Aber auch dort haben uns die Menschenmengen etwas abgeschreckt.

Banff Sehenswuerdigkeiten Downtown Shopping

Ich kann gut verstehen, dass die Locals mittlerweile ziemlich genervt von den Touristen sind, und finde es gut, dass es dort die „Need to Reside“-Regel gibt. Wohnmöglichkeiten dürfen nur an Leute vermietet werden, die etwas mit dem Nationalpark zu tun haben und nicht an Personen, die sich dort nur bereichern möchten. Dadurch wächst die Stadt kaum und der Charme ist trotz der Menschenmassen weitgehend erhalten geblieben.

Wenn du dort bist, schlendere über die Einkaufsstraße Banff Avenue. Shoppen lohnt sich dort sehr, da es in den Outdoor-Läden häufig Sale gibt und du gute Schnäppchen machen kannst. Wir waren außerdem noch im Evelyn´s Café, das richtig guten Kaffee hatte. Ein kleiner Spaziergang entlang des Bow Rivers lohnt sich ebenfalls.

Canmore

Ein Ort der uns allerdings viel besser gefallen hat als Banff, war Canmore. Canmore ist deutlich entspannter und weniger überlaufen. Dort kann ich dir den Aussichtspunkt Three Sisters und die Kaffeerösterei Eclipse empfehlen. Im Eclipse Café bekommst du richtig guten, frisch gerösteten Kaffee und kannst gemütlich das Treiben in der Fußgängerzone beobachten.

Außerdem lohnt sich auch in Canmore ein Spaziergang am Bow River entlang sowie das Stöbern durch die wunderschönen Geschäfte und Galerien. Besonders gut gefallen hat mir der Laden The Nook. Dort gibt es von Mode über Deko und Schallplatten bis hin zu kleinen Snacks so ziemlich alles, was das Herz begehrt.

Fazit: Banff Nationalpark

Long story short: Der Banff Nationalpark und seine Sehenswürdigkeiten haben uns trotz seines riesigen Bekanntheitsgrads nicht enttäuscht. Okay, vielleicht schon etwas am Lake Louise 😉 Trotz der hohen Besucherzahlen gibt es aber viele ruhige Wanderungen und Aussichtspunkte, an denen das echte Rocky-Feeling aufkommt! Wenn du die bekanntesten Sehenswürdigkeiten ohne große Menschenmengen erleben möchtest, solltest du aber tatsächlich möglichst früh morgens oder am Abend unterwegs sein.

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